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HafenNews Hamburg

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Ganzheitlicher Blick auf den neuen Stadtteil und die Elbinsel

Apr 12, 2022

Ein Teil des Kleinen Grasbrooks und die nördliche Veddel sind künftig ein sogenanntes Vorbehaltsgebiet des Senats.

Visualisierung © Herzog de Meuron – Vogt

Mit einer entsprechenden Verordnung hat der Senat am Dienstag die Übertragung der Zuständigkeit für die Bebauungsplanung und die Bauaufsicht an die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen beschlossen. Das Vorbehaltsgebiet wird bis zum 31. Dezember 2041 eingerichtet.

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Dr. Dorothee Stapelfeldt, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen: „Der neue Stadtteil Grasbrook hat in den kommenden Jahrzehnten eine zentrale Rolle in der Stadtentwicklung Hamburgs. An der Nahtstelle zum Hafen schaffen wir mit urbaner Dichte und kleinteiliger Nutzungsmischung innerstädtische Qualitäten auf der Südseite der Norderelbe. Der Grasbrook wird starke Impulse setzen für die nachhaltige, soziale, ökologische und wirtschaftliche  Entwicklung unserer Stadt. Wichtig für das Gelingen dieser Entwicklung ist die Verbindung zur Veddel. Die neu entstehenden sozialen Infrastrukturen, Bildungsorte und Versorgungsmöglichkeiten sollen für beide Stadtteile gleichermaßen zur Verfügung stehen. Die Veddel rückt auch selbst in den Fokus. Sie soll besser vernetzt werden und im Norden endlich grüne Zugänge zum Wasser erhalten. Auf der nördlichen Veddel sollen zudem vielfältige Arbeitsplätze entstehen, ebenso wie Flächen für Sport, Freizeit, Einzelhandel, Wohnen und weitere Nutzungen.“

Auf dem Grasbrook sollen rund 3.000 neue Wohnungen gebaut werden, von denen 35 Prozent öffentlich gefördert werden. Flächen für rund 16.000 Arbeitsplätze sowie ansprechende Freiräume und Grünräume sollen entstehen. Die Kaibereiche und Uferzonen des Grasbrooks sollen zugänglich gemacht werden.

Der neue Stadtteil besteht aus dem Hafentorquartier im Süden und dem Moldauhafenquartier im Norden. Das ursprünglich vorgesehene Freihafenelbquartier ist durch die aktuelle Funktionsplanung im Moldauhafenquartier aufgegangen. Die Flächen des Hafentorquartiers bleiben Hafennutzungsgebiet, und die Zuständigkeit für die Wahrnehmung der dortigen bauaufsichtlichen Aufgaben, wie zum Beispiel die Erteilung von Baugenehmigungen, verbleibt bei der Hamburg Port Authority (HPA). Die Verantwortung für die Durchführung des Verfahrens zum Erlass von Hafenplanungsverordnungen geht dagegen auf die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen über.

Geplant ist der Grasbrook als Innovationsstadtteil, der zukunftsfähige, neue Ansätze in ganz verschiedenen Bereichen verfolgt. So soll nicht nur die Digitalisierung vorangetrieben werden, sondern mit Blick auf die Mobilität auch ein Schwerpunkt auf den Fahrradverkehr und die E-Mobilität sowie moderne Konzepte für Lieferverkehre gesetzt werden. Städtische Infrastrukturen wie die Wasserversorgung sollen in einem zentralen Medienkanal gebündelt werden, und innovative Regenwasserrückhaltekonzepte ermöglichen zum Beispiel die Bewässerung des städtischen Grüns. Auch bei der Entwicklung der einzelnen Gebäude werden mit einer ökologischen Energieversorgung, mit Gründächern und begrünten Fassaden sowie der Verwendung umweltgerechter Materialien zukunftsweisende Wege beschritten.

Im Zusammenhang mit der städtebaulichen Entwicklung des Grasbrooks kann die isolierte Lage der Veddel zwischen hoch belasteten Verkehrstrassen aufgebrochen werden. Die Anbindung an die Stadt soll sich verbessern, insbesondere durch einen besseren Zugang zum ÖPNV und neue Fahrradverbindungen. Auf der Veddel sollen zudem ansprechende öffentliche Grünanlagen entstehen sowie weitere Flächen für sportliche, freizeitbezogene und schulische Nutzungen und den Einzelhandel. Je nachdem, welche der aktuell diskutierten Planungsvarianten zum Tragen kommt, sind zudem 130 oder 300 neue Wohnungen vorgesehen. Gleichzeitig entsteht ein gut zu erreichendes Arbeitsplatzangebot.

Angesichts der Komplexität und des Umfangs der Planungen wird die Zuständigkeit für Bebauungspläne und Baugenehmigungen für den Grasbrook und die nördliche Veddel mit dem Senatsbeschluss gemäß § 7 Bauleitplanfeststellungsgesetz bei der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen gebündelt. Das Bezirksamt Hamburg-Mitte begleitet den Entwicklungsprozess. Die Anhörung der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte hat im Mai 2021 stattgefunden. Die Bürgerschaft hat der Übertragung der Zuständigkeit an den Senat bereits am 1. Dezember 2021 zugestimmt. Die Verordnung tritt am Tag nach der Veröffentlichung im Gesetz- und Verordnungsblatt in Kraft.

Die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung zu den Planverfahren im Vorbehaltsgebiet für den Bebauungsplan-Entwurf Kleiner Grasbrook 1 (Moldauhafenquartier) und zu den Änderungen des Flächennutzungsplans und des Landschaftsprogramms in den Stadtteilen Kleiner Grasbrook und Veddel fand pandemiebedingt in Form einer öffentlichen Auslegung des Informationsmaterials von Mitte Februar bis Mitte März 2022 statt. Die eingegangenen Stellungnahmen werden zurzeit für das weitere Verfahren ausgewertet.??????? 

© Quelle:Hbg.Senat

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