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HafenNews Hamburg

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„Emergency Touch down“ im Hamburger Hafen, Peter Sylent war auf Fotoflug unterwegs.

Aug 20, 2011

Der Hamburger Fotograf  Peter Sylent war mit dem Hubschrauber auf Luftbild-Produktion unterwegs.

Der Fotoflug verlief wie jeder andere in den letzten Jahren, Peter Sylent hing im Gurt an der offenen Tueroeffnung (Tuer fuer Fotoflug ausgebaut), fotografierte die neuesten Motive der HafenCity und die Baustelle des Kraftwerkes Moorburg.

Dann in der 41ten Flugminute ein leichter Rechtsdreh in Richtung über die Koehlbrandbruecke, als plötzlich erst die Kontrollleuchte der Öldruckanzeige nichts mehr anzeigte, und dann div. Instrumente ausfielen.

Pilot Frank Proeber (41)  der erst kürzlich einen Lehrgang über Menschliches Versagen durch Fehlentscheidungen absolvierte, behielt die Kontrolle über das Luftfahrzeug und meldete dem Tower in Fuhlsbuettel einen Emergency Touch down, soll soviel heißen wie, Sicherheitslandung.

Danach unterbrach auch die Funkverbindung zum Tower in Fuhlsbuettel.

In 200 Meter Höhe wurde entschieden leicht links über die Elbe einzudrehen und am aeusseren Zipfel des Containerterminals Tollerort Notzulanden. Die Unterbrechung des Funkverkehrs löste eine Rettungskette aus, da dem Airport der Verbleib des Hubschraubers unbekannt.

Als einer der ersten am Ort des Geschehens war der Hamburger Rettungshubschrauber, und nahezu zeitgleich kam der Polizeihubschrauber um unseren Hubschrauber zu suchen und um sich einen Überblick zu verschaffen. Wasserschutzpolizei, Feuerwehr, Notarztwagen und Polizei vom Land wurden eingewiesen und kamen in kurzen Abständen hinzu, konnten dann endlich Entwarnung geben, als sie den kleinen Hubschrauber unversehrt auf dem Containerterminal antrafen.

Pressefotografen und Fernsehen waren unmittelbar vor Ort. Die Hughes 269 C ist der Hubschraubertyp, auf dem weltweit die meisten Piloten ausgebildet werden, in Hamburg für Schulungsflüge, aber auch für Beobachtungs-, Foto- und Personenflüge eingesetzt wird.

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Pilot Frank Proeber  von Hanseatic-Helicopter war da völlig entspannt, es schien sich nur um einen technischen Defekt zu handeln, Gefahr bestand zu keiner Zeit.

Peter Sylent hatte sich während der 2 ½ minuetigen Notlandung nicht wirklich in Gefahr gesehen, zumal er mit einem absolut versierten und erfahrenen Piloten seine Fotoflüge seit Jahren durchführt. Natürlich läuft da ein kurzer Zeitraffer im Kopf ab, wenn die Anzeigen der Geräte ausfallen und man nach einem geeigneten Landeplatz sucht. Da werden die Speicherkarten aus den Kameras gezogen und in wasserdichte Boxen geschoben, man weiß ja nie. Während des Sinkfluges hatte ich eine Hand am Gurtverschluss und wäre sicherlich bei plötzlichem Rotorstillstand in die Elbe gesprungen, über der wir nahe der AIDA blu am Cruise Terminal Altona uns befanden. Durch die Berufserfahrung in Sachen Fotoflüge in Deutschland, Europa und dem Rest der Welt gibt es eine Vielzahl von viel Grosseren Gefahren in Ballungsgebieten, als hier mit Profis mal eben einen Landeanflug auf einen Containerterminal durchzustehen. Obwohl man zeitversetzt erst wirklich realisiert, dass ist dann wohl heute dein zweiter Geburtstag, ist der nächste HeliFlug schon gebucht.

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