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Vom Haus der Windenwärter zum Wasserschloss in der Speicherstadt

Apr 30, 2022

Eines der meist fotografierten Gebäude der Hamburger Speicherstadt.

Vom Haus der Windenwärter zum Wasserschloss.
Das Wasserschloss liegt in der Speicherstadt auf einer Halbinsel am Ende des Holländischen Brooks. Fensterbänder aus grünen Glasurziegeln verzieren den Bau aus rotem Granit. Ein Uhrentürmchen und eine große, grüne Eingangstür aus Holz schmücken die Fassade des Gebäudes. Vom Anleger fällt der Blick auf die Poggenmühlenbrücke – eine der insgesamt zwanzig Brücken in der Speicherstadt. Das zweigeschossige Wasserschloss wurde zwischen 1905 und 1907 vermutlich unter der architektonischen Leitung von Bernhard Georg Hanssen und Wilhelm Emil Meerwein errichtet. Zusammen bauten sie auch Hamburgs ältesten erhaltenen Speicher – das heutige Maritime Museum.

Anfang des 20. Jahrhunderts, nach Eröffnung des weltgrößten Lagerhauskomplexes in der Hansestadt Hamburg, diente das Wasserschloss als Unterkunft für die Windenwärter und –
wächter. Früher wurden mit Wasserdruck angekurbelte oder handbetriebene Winden genutzt, um Lagergüter wie Tee, Kaffee, Kakao, Gewürze und Teppiche in die Speicher zu transportieren. Mit diesen zogen Hafenarbeiter Waren außen an den Fassaden der Gebäude
hoch. Die im Wasserschloss untergebrachten Handwerker waren für die Wartung und Reparatur der Winden zuständig. Die Werkstatt für die Schmiedearbeiten befand sich im Erdgeschoss. Als eine der wenigen Ausnahmen in der Speicherstadt war das Haus der Windenwärter Wohn- und Arbeitsstätte zugleich. Generell wurde nur Hausmeistern und technischem Personal das Wohnen in der Freihafenzone gestattet.

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Mehr als einhundert Jahre nach Erbauung eröffnet nun das ehemalige Haus der Windenwärter als WASSERSCHLOSS SPEICHERSTADT im Sommer 2011 seine Pforten. Teekontor und Gastronomie in einem ein Konzept, dass optisch an den Charme vergangener Zeiten erinnert und mit moderner Küche die Sinne zum Genießen anregt.

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Ursprünglich wurde das Wasserschloss als Unterkunft und Werkstatt für die Hafenarbeiter genutzt, welche die Wartung und Reparatur der hydraulischen Speicherwinden ausführten. Sie wurden Windenwärter bzw. Windenwächter genannt und hatten – neben anderem technischen Personal – das Privileg, in der Speicherstadt wohnen zu dürfen.

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Der flache wasserseitige Anbau an der Rückseite des Wasserschlösschens gehört nicht zum ursprünglichen Bauwerk, sondern wurde in der Nachkriegszeit aus Trümmersteinen errichtet.

Im Erdgeschoss befindet sich eine Gewerbefläche für Teehandel mit angeschlossener Gastronomie. Das Wasserschlösschen firmiert außerdem als „Außentraustelle“ des Standesamts Hamburg-Mitte.

Das Wasserschloss wurde schon für Dreharbeiten für die TV-Kinderserie „Die Pfefferkörner“ genutzt.

Adresse: Dienerreihe 4, 20457 Hamburg

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